Methode und Quellen
So funktioniert der Test
Was der Test misst, woher er kommt, mit wem du verglichen wirst und was er nicht sagen kann.
Was er misst
Der Test misst KI-Kompetenz (AI Literacy) als Wissen: was du darüber weißt, wie KI funktioniert, wie man sie nutzt, wie man sie erkennt und wie man sie beurteilt. Jede Frage hat mehrere Antworten, von denen genau eine richtig ist. Dein Ergebnis zeigt also, was du weißt, nicht wie du dich einschätzt. Die Fragen decken sechs Bereiche ab: Kennen und verstehen, Nutzen und anwenden, Erkennen, Ethik, Erschaffen und generative KI (Markus et al., 2025).
Woher er kommt
Die Fragen sind die AI Competency Objective Scale, entwickelt und validiert von André Markus, Astrid Carolus und Carolin Wienrich an der Universität Würzburg. Die lange Version hat 51 Fragen (Markus et al., 2025). Die kurze behält 12 davon, zwei pro Bereich (Markus et al., 2026).
Diese Seite ist eine unabhängige Umsetzung. Sie steht in keiner Verbindung zur Universität Würzburg oder zu den Autorinnen und Autoren und wird von ihnen nicht empfohlen.
Mit wem du verglichen wirst
Dein Ergebnis wird mit 2.131 deutschsprachigen Erwachsenen zwischen 18 und 75 Jahren verglichen, rekrutiert über das Online-Panel Prolific, die alle 51 Fragen beantwortet haben (Markus et al., 2026). Die Stichprobe ist breit, aber nicht repräsentativ: Laut den Autorinnen und Autoren sind Vollzeitbeschäftigte und Studierende über-, ältere Menschen unterrepräsentiert. Machst du den Test auf Englisch, ist dein Ergebnis ein Näherungswert.
Was dein Prozentrang bedeutet
Dein Prozentrang ist der Anteil dieser Erwachsenen, die du übertroffen hast. Bei 60 warst du besser als etwa 60 von 100. Er ist nicht der Anteil richtiger Antworten. In der Normierungsstudie lag der Median bei 8 von 12 Punkten; mit 11 von 12 liegst du vor etwa 88 von 100 Erwachsenen, mit 4 von 12 vor etwa 10 von 100 (Markus et al., 2026).
Warum du zuerst tippst
Vor der ersten Frage schätzt du deine KI-Kompetenz mit zehn kurzen Fragen ein, der Kurzform der Meta AI Literacy Scale (Koch et al., 2024), und gibst einen Tipp für dein Ergebnis ab. In der Normierungsstudie hingen Selbsteinschätzung und Testergebnis kaum zusammen: r = 0,05, statistisch nicht signifikant (Markus et al., 2026). Die frühere Validierungsstudie fand r = 0,04 bei 514 Erwachsenen (Markus et al., 2025). Auf einer Skala, auf der 0 keinen und 1 einen perfekten Zusammenhang bedeutet, ist beides fast null.
Wie kompetent man sich fühlt, sagt also wenig über das Ergebnis. Mit deinem Tipp vorab siehst du deine eigene Lücke.
Kurz oder lang
Die kurze Version (12 Fragen, etwa 7 Minuten mit den Fragen zu dir) liest deinen Prozentrang direkt aus der veröffentlichten Normtabelle ab. Die lange Version (51 Fragen, etwa 24 Minuten) ist genauer und schlüsselt dein Ergebnis nach Bereichen auf. Für sie gibt es keine Normtabelle; ihr Prozentrang wird aus dem statistischen Modell (Item-Response-Theorie) geschätzt, das die Autorinnen und Autoren an die Antworten der Normierungsstudie angepasst haben (Markus et al., 2026, Zusatzmaterial). Das ist eine Modellschätzung, keine Zählung echter Menschen. Beide Versionen messen auf derselben Skala.
Was er nicht sagen kann
12 oder 51 Fragen sind eine Momentaufnahme, keine Diagnose, und der Test zertifiziert nichts. Laut den Autorinnen und Autoren messen beide Versionen vor allem Wissen über KI, keine praktischen, anwendungsbezogenen Fähigkeiten. Sie empfehlen die kurze Version für Screenings ohne Folgen, Gruppenvergleiche und wiederholte Messungen, die lange dort, wo es auf Genauigkeit ankommt, etwa bei individueller Diagnostik (Markus et al., 2026).
Für Teams
Du kannst den Test als anonymen Vorher-nachher-Check rund um eine Schulung nutzen: Alle machen ihn vorher und einige Wochen danach noch einmal. Niemand meldet sich an, und jede Person sieht nur ihr eigenes Ergebnis; eine Teamansicht gibt es nicht.
Die KI-Verordnung der EU (Art. 4, konsolidierte Fassung vom 27. Juli 2026) verlangt von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen Maßnahmen, die die KI-Kompetenz ihres Personals fördern, ohne ein bestimmtes Niveau zu garantieren; dieser Test zertifiziert nichts und ist kein Nachweis, dass die Pflicht erfüllt ist.